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Was ist Coaching?

Coaching ist eine Form der Beratung für Personen mit Managementaufgaben (Führungskräfte, Freiberufler). In einer Kombination aus individueller, unterstützender Problembewältigung und persönlicher Beratung und Begleitung hilft der Coach als neutraler Feedbackgeber. Der Coach nimmt dem Klienten jedoch keine Arbeit ab, sondern berät ihn primär auf der Prozessebene. Grundlage dafür ist eine freiwillig gewünschte und tragfähige Beratungsbeziehung

 

Wann ist Coaching sinnvoll?

Coaching kann helfen, wenn berufliche Probleme akut werden (bzw. geworden sind) und nicht – oder nur schwer – alleine gelöst werden können. Der Coach ist ein diskreter Berater und unterliegt keinen Interessen Dritter. Er ist kein Therapeut, sondern gibt das begründete und ungeschönte Feedback (= Rückmeldung), welches von Kollegen, Mitarbeitern oder Freunden kaum zu erwarten ist. "Blinde Flecken" (z.B. im Umgang mit Mitarbeitern), Führungsprobleme und Betriebsblindheit können so reduziert werden. Durch die in der Beratung gewonnenen Erkenntnisse ergeben sich für den Klienten oft neue Ziele und Arbeitsweisen.

Welche Ziele kann ein Coaching haben?

Ein Grundziel des Coachings ist die Hilfe zur Selbsthilfe und die Förderung von Verantwortung, Bewusstsein und Selbstreflexionsvermögen. Hinter diesen oft als Floskeln missbrauchten Begriffen findet sich folgender Gedanke: Der Coach hilft dabei, Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. Die vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnisse des Klienten werden eingesetzt und entwickelt. Ziel eines Coaching-Prozesses ist somit immer, Wahrnehmung, Erleben und Verhalten des Gecoachten zu verbessern bzw. zu erweitern. Der Coach macht sich als Feedbackgeber daher letztendlich überflüssig.

 

Unser Ansatz:

Die European Coaching Association ist ein europaweiter Berufsverband professioneller Coaches. Seit 1994 setzt die ECA Qualitätsmaßstäbe im Bereich Executive und Personal Coaching. Seine Mitglieder beraten und coachen Unternehmen und deren Führungskräfte, Teams, Manager, Personalentwickler und Consultants bei der zielorientierten Weiterbildung und bei der Realisierung ihrer Unternehmensziele. Coaching kann nicht nur im beruflichen Bereich eingesetzt werden, auch Anliegen wie private Umbruchsituationen und Krisen können Anlässe für ein Personal Coaching sein. Jedes Coaching wird entsprechend den Anforderungen individuell angepasst. Die Mitglieder des Berufsverbands sind dem Berufsbild der ECA verpflichtet, sie sind in der Regel selbständig und hauptberuflich als Coach tätig. Die ECA-Lizenzierungen garantieren eine qualifizierte Ausbildung und Berufserfahrung in den einzelnen Bereichen des Coachings. Damit bringt die ECA Transparenz und Seriosität in einen Markt, in dem die Berufsbezeichnung Coach nicht geschützt ist. Die ECA ist im Deutschen Bundestag akkreditiert und leistet Lobbyarbeit für das Berufsbild des professionellen Coaches. Derzeit 350 Coaches, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich bereits den hohen Qualitätsansprüchen der ECA verpflichtet. An die Durchführung eines Coachings sind einige Voraussetzungen geknüpft, ohne die ein von der Beziehung zwischen Coach und Klient getragener Beratungsprozess nicht gelingen kann. Diese Voraussetzungen betreffen sowohl den Coach als auch den Gecoachten und sollten daher von beiden beachtet werden.

 

 Freiwilligkeit:

Das Coaching ist freiwillig gewünscht, der Gecoachte hat ein eigenständiges und begründetes Interesse an einer Beratungsbeziehung. Der Coach sollte ggf. durch konkretes Nachfragen sicherstellen, dass dies gewährleistet ist, da eine erzwungene Beratung eben keine Beratung ist. Oder anders formuliert: Wer nicht beraten werden will, kann nicht beraten werden. Ein Coaching kann daher auch nicht ohne eigene Einsicht "von oben verordnet" werden

 Persönliche Akzeptanz:

Kann der Gecoachte eine Beratungsbeziehung oder die Person des Coachs nicht akzeptieren, so ist nach Alternativen zu suchen. Steht andererseits der Coach dem Gecoachten nicht neutral gegenüber, so sollte er von dem Coaching absehen. Seine neutrale Position und seine Unabhängigkeit wären gefährdet, und somit wären die Grundbedingungen für ein fundiertes Feedback (siehe Fachbegriffe) kaum noch vorhanden. Das Vertrauen zwischen Coach und Klienten und die gegenseitige Akzeptanz müssen von beiden Parteien gegeben sein.

 Diskretion:

Die im Coaching thematisierten Inhalte bleiben vertraulich und dienen auf keinen Fall zur Beurteilung des Gecoachten zum Zwecke Dritter. Dies sollte dem Gecoachten klar bewusst gemacht werden, damit er sich offen in den Prozess einbringen kann. Ohne diese Offenheit können im Coaching nicht die Bereiche behandelt werden, welche eben besonders heikel sind und sonst eher verschwiegen werden. Der Coach ist daher angehalten, dem Gecoachten Vertraulichkeit zuzusichern bzw. andersartige Aufträge grundsätzlich abzulehnen.

 Der Coach:

Als professioneller Berater hat der Coach darauf zu achten, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind. Alle Punkte sollten daher offen mit dem Gecoachten geklärt werden. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, spricht zunächst nichts gegen ein Coaching.


 

Uwe G. Novotny

Wenn du Erfolg haben willst beim Managen und beim Controlling anderer - lerne, dich selbst zu managen und zu kontrollieren. (William John Henry Boetcker), 1873–1962; US presbyterianischer Prediger, Redner, Autor | Zitat-Nr.: 1756)